Wir waren auf Japanreise vom 30.01. - 21.02.26! (≧▽≦)

Mittwoch, 8. April 2026

Von Shibuya Sky zu Laune im Keller?!

Der 2.2.2026 war der Tag, an welchem ich mich bei meiner Arbeit im Tokioter Büro angekündigt hatte. Ulf kaufte in dieser Zeit ein paar Kleinigkeiten ein, bis wir vorhatten, uns gegen 11 Uhr in Shibuya bei Hachiko zu treffen. Ich nahm den sehr vollen Zug voller Büroangestellter Pendler*innen nach Shimbashi und war gegen 8:50 Uhr dort. Ich musste ein paar weitere Minuten bis zu dem Wolkenkratzer laufen, in welchem sich die Räumlichkeiten befanden. Das neue Büro war deutlich einfacher zu finden, aber um zu wissen, in welchem Zimmer meine Kolleg*innen saßen, fragte ich trotzdem an der Rezeption nach- auch damit die Damen sich nicht wunderten dass eine Ausländerin einfach auf diesem Stockwerk "rumschlich". Sie zeigten mir den Eingang und ich trat nach einer kurzen Ankündigung der Rezeptionsdame mit einem japanischen „Guten Morgen!“ ein.
Es war so voll im Büro am Montagmorgen, wie ich es bei meinen Besuchen noch nie gesehen hatte. Wahrscheinlich lag es aber auch daran, dass sich die Zahl der Mitarbeitenden inzwischen verdreifacht hatte und ein neues Department dazugekommen war. Ich wurde von S-san und Y-san begrüßt und sah, dass auch ein Kollege aus Hamburg da war. Er hatte ein paar Monate mit seiner jungen Familie in Japan gelebt und würde eine Woche nach uns wieder nach Deutschland fahren. Katrina kam etwas verspätet, aber ich freute mich riesig, sie wiederzusehen. Wir hatten eine Viertelstunde Zeit, zu zweit in der Lounge zu quatschen und überreichten uns gegenseitig kleine Geschenke. Wir planten außerdem in Kontakt zu bleiben, damit wir während des Urlaubs in Japan nochmal gemeinsam Essen gehen konnten.
Ich überreichte eine 1kg Dose mit Keksen von Lambertz an alle mit den Worten „I dare you to finish it!“ und erntete ein paar Lacher. Ich plauderte mit den Kolleg*innen über unsere weiteren Japanreise-Pläne. Als ich erwähnte, dass wir uns am 4. Februar auf nach Aomori in den Norden Japans machen wollten, rieten mir alle einstimmig davon ab. Es gab ungewöhnlich heftige Schneefälle, die sogar die Züge zeitweise aussetzen ließen. Das beunruhigte mich zwar etwas, aber Ulf und ich waren uns einig, dass wir es unbedingt versuchen wollten, dorthin zu kommen. Ich lief vom Büro zu Fuß zu einem Bahnhof der Tokyo Metro Ginza Line, weil ich mich für 11 Uhr mit Ulf an der Hachiko-Statue am Bahnhof Shibuya verabredet hatte.
Wir hatten bereits vor Reiseantritt für 12 Uhr mittags einen Besuch auf der Aussichtsplattform „Shibuya Sky“ gebucht. Seit ich sie im Anime „Paripi Koumei“ (Ya Boy Kongming) gesehen hatte, hatte ich vor an der gleichen Stelle zu stehen, an der Eiko für Nanami gesungen hatte. Da wir beide superpünktlich waren und uns ziemlich schnell fanden, gingen wir aber nochmal über die große Kreuzung und schauten uns in einem Laden nicht weit davon die Capsule Toys in den Gatcha-Automaten an. Ich holte für eine Freundin einen Kaoru-Mini-Anhänger aus Evangelion und war ziemlich traurig, dass ich auch hier nichts von Hazbin Hotel fand. Durch die ultrahohen US Zölle war es mein Ziel, unbedingt in Japan etwas von meiner momentanen Lieblingsserie zu finden, aber es war nicht einfach.
Wir suchten den Eingang vom Shibuya Sky und wurden fündig. Wir fuhren mit einem Fahrstuhl erstmal zur Ticketkasse und mussten noch etwas warten, bis unser zuvor reservierter Timeslot drankam. Dann ging es mit einem weiteren Fahrstuhl in den 45ten Stock, wo wir unseren Rucksack und Tasche in einem Schließfach einschlossen. Dann traten wir auf die Rolltreppe zur Dachplattform hinaus und genossen die Aussicht mit der wundervollen Sonne dieses Tages. Wir konnten den Berg Fuji nicht sehen, aber es war trotzdem unglaublich beeindruckend, so weit oben zu stehen und heruntersehen zu können. Und natürlich bekam ich mein Foto an der Stelle aus dem Anime Paripi Koumei!
Gegen 12:30 Uhr verließen wir die Plattform wieder und beschlossen, unsere geplanten Einkäufe im Ichi-Maru-Kyu (109) und Shibuya Parco durchzuführen, sowie etwas veganes zum Mittag zu finden. Ich wollte nur aus einem Grund ins 109- hier gab es einen Laden für Piercings namens „RIN“. Sehr praktisch war, dass wir keinen Fahrstuhl nehmen mussten, um dorthin zu gelangen, sondern einfach nur durch den Eingang nach links gehen mussten. Ich sah mich in Ruhe um und sprach eine sehr stylische und coole Angestellte auf Japanisch an. Zwar hatte ich zuvor schon ein wenig auf dem Instagramprofil des Ladens geschaut und etwas über die Größenangaben bei den Piercings hier recherchiert, aber ich musste trotzdem während des Auswählens nochmal aufs Handy schauen, um keinen Fehler zu machen. Die Angestellte bedankte sich mit den Worten, dass sie sehr froh sei, dass ich so gut mit ihr kommunizieren könne, dass das verkaufen Spaß machte.. in der Vergangenheit hatte es da wohl schon einmal Probleme gegeben. Als ich mir später ein paar Bewertungen auf Google durchlas verstand ich auch, warum. Ulf half mir tax-free einzukaufen indem er mit mir zu einem Schalter ging, wo man sich das Geld direkt zurückholen konnte- diese Art der Erstattung begegnete uns zum ersten Mal und sie war für mich nicht möglich da mein Handy nicht mit einem fehlenden Zertifikat auf der Website dafür klarkam und sich weigerte, diese zu öffnen.
Nach meinem Einkauf liefen wir zum Parco und schauten als allererstes, ob wir einen Platz bei der veganen Isakaya Massaka bekommen könnten- 2023 wollten wir bereits hier essen, aber es war aufgrund des starken Net-Hypes unmöglich gewesen, einen Tisch zu bekommen. Dieses Mal war gegen 14:15 Uhr kaum etwas los und wir konnten uns reinsetzen und lecker essen. Das Ambiente war nicht sehr gemütlich und unser Tisch etwas schmutzig, aber das Essen war extrem gut und lecker. Wir freuten uns sehr, dass wir diesen Restaurantbesuch nachholen konnten.
Danach fuhren wir hoch zu unserem nächsten Ziel: Dem relativ neuen Sega Store, wo ich unbedingt zwei Figuren kaufen wollte für zwei Freunde. Es wurde ein bisschen mehr als nur das und wir bekamen wegen des nahenden Valentinstags und dem Einkaufswert noch SEGA-Schokolade dazugeschenkt. Es ging weiter zum Pokémon Center, wo wir etwas zu gierig waren und Sachen kauften, die wir auch woanders hätten bekommen können, ohne uns 40 Minuten an der Kassenschlange anzustellen. Aber der große Andrang hier und die sich leerenden Regale hatten uns ein falsches Bild davon vermittelt, was an Waren in den anderen Pokémoncentern noch verfügbar sein würde. Ich kaufte auch zwei verschiedene Booster Pokemonkarten, weil ich an der Kasse danach gefragt wurde und irgendwie dachte, dass der Sohn meines Kollegen sich sicher darüber freuen würde. Wir sahen noch einen Pop-Up Store für „Digital Circus“ und Ulf guckte kurz im Jump Store, ob er was finden konnte. Wir kamen gegen 16:40 Uhr wieder im Hotel an und ruhten uns kurz aus. Ich stellte eine Wäsche an und wir beschlossen nochmal kurz rauszugehen für die Zeit, in der die Waschmaschine ihre Arbeit machte. Wir hatten auch in diesem Urlaub wieder nur Kleidung für 8 Tage mit, die während des 3-wöchigen Aufenthalts immer wieder gewaschen wurde. Das bedeutet zwar ein bisschen Arbeit, aber auch weniger Gepäck, das mitgeschleppt werden musste und mehr Platz für Einkäufe (gefährlich!).
Wir machten uns auf den Weg zum sehr nahen Radio Kaikan Gebäude, denn auch dieses Mal hatte Ulf eine sehr lange Liste von Trading Cards, die er kaufen und Freunden mitbringen wollte. Dieses Mal waren es keine Pokémonkarten oder Yu-Gi-Oh!, sondern hauptsächlich Lorcana und Duel Masters. Wir klapperten die Etagen ab – Ulf nach den Karten und ich nach allem möglichen Hazbin Hotel Merch. In einem der Läden gab es sogar ein Regal mit jeder Menge Figuren, aber als amerikanische Importware auch entsprechend teuer. Mich interessierten mehr die Figuren, Schlüsselanhänger in den Gashapons und vor allem auch Mini-Plüschis, die in Japan released worden waren. Spoiler; Diese zu finden, war unsere gesamte Reise über gar nicht so einfach und ich entdeckte viel seltener etwas, als ich gehofft hatte. Ich freute mich aber, dass ich in einem Laden die Charlie Morningstar Monitor Top Figur fand. Diese war zu Jahresbeginn in Deutschland noch nicht verfügbar gewesen und kostet inzwischen überall knapp 40 €. Ich holte sie mir bei dem extrem niedrigen Wechselkurs für nicht einmal 20 € und war sehr happy. Aber irgendwie fand ich bei Lashinbang und Surugaya nirgends eine Hazbin Hotel Ecke mit Buttons oder Schlüsselanhängern. Dies sollte auch fast die ganze Reise über so bleiben.
Als die Wäsche im Hotel fertig war, machte ich mich auf den Weg zurück und nahm auch einiges an Einkäufen von Ulf schon mit. Er wollte allerdings noch ein wenig weiter schauen und dann auch zurück aufs Hotelzimmer kommen. Ich packte außerdem soweit ich konnte unsere Koffer, denn am Morgen sollte es nach Aomori gehen. Wir kommunizierten ein paar Mal über Whatsapp, bis mich Ulf plötzlich wissen ließ, dass er sich den Fuß verletzt habe. Ich hatte sofort ein richtiges mieses Gefühl bei der Sache, da er sich in 2025 im September nach der Heimfahrt von der Connichi in Wiesbaden seinen Fuß am Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel gebrochen hatte… Anscheinend war er auf einer engen unebenen Treppe mit jemandem zusammengestoßen und umgeknickt, denn er konnte die paar Meter alleine zurück ins Hotel laufen. Als Ulf im Zimmer ankam, betrachteten wir erstmal seinen Fuß und googelten, was wir am besten machen könnten und ab wann er lieber einen Arzt aufsuchen sollte. Ich suchte zwei Gefrierbeutel vom Flug raus und füllte sie an der Eismaschine des Hotels mit Eiswürfeln, um für Ulf einen Kühlakku zu basteln. Mir war sofort klar, dass wir am nächsten Tag nicht nach Aomori und auch nicht im Anschluss nach Sendai würden reisen können. Ich versuchte Ulf ein wenig zu beruhigen und wir beschlossen, Aomori und Sendai zu stornieren. Ein Glück, dass wir noch keine Zugtickets gekauft hatten. Das Hotel in Aomori mit seinen 140 € war leider nicht mehr kostenlos stornierbar, aber dafür unsere Restaurantreservierung dort und das Hotel in Sendai. An der Hotellobby schilderte ich die Situation kurz und fragte, ob wir noch länger bleiben könnten. Das Hotel war in der Lage, uns eine weitere Nacht zu beherbergen und ich zahlte nochmal 70€. So konnten wir am folgenden Tag in Ruhe überlegen, was wir machen würden, ohne bis 11 Uhr auschecken zu müssen. Die Angestellten waren sehr lieb und gaben mir auf Nachfrage auch noch ein weiteres Kissen, damit wir Ulfs Fuß hochlegen konnten.
Ich verließ das Hotel im Anschluss noch einmal, um uns ein Abendbrot zu besorgen – Ulfs geliebtes Coco Curry als Take-out. Außerdem besorgte ich bei einem Matsumoto Kiyoshi Drugstore noch elastische Verbände und Notfall-Einmal-Kühlakkus, die es uns etwas leichter machten, denn die Eismaschine war auf einem ganz anderen Stockwerk als unser Zimmer. Ich schlief etwas besorgt ein, da ich nicht einschätzen konnte, wie schlimm die Sache mit Ulfs Fuß wirklich war.