Wir waren auf Japanreise vom 30.01. - 21.02.26! (≧▽≦)

Montag, 6. April 2026

Tenth time's a charm... or a curse?!

Meine zehnte Japanreise, aber ich habe NICHT live gebloggt?! Ich wollte mir diesen Urlaub selbst etwas entzerren, vor allem nach dem ganzen Stress und den schlimmen Erlebnissen in 2025. Unser unfreiwilliger Umzug und der Tod unserer geliebten Katze Rieke waren nur zwei von vielen bedrückenden Ereignissen, von denen wir uns auf diesem Japantrip erholen wollten- und warum wir ihn überhaupt gebucht hatten. Ich war vor der Reise sehr ängstlich, aber am Tag vor dem Abflug wurde ich kurzweilig sogar etwas ruhiger, weil ich glaubte, das nicht mehr viel passieren könnte und viele süße Leute auf meiner Arbeit mir Mut zusprachen. Aber die positiven Gedanken hätte ich mir wahrscheinlich sparen können, denn an diesem Donnerstag nach der Arbeit plus einem Termin in der Kasseler Innstadt ging schon eine Menge schief und war irgendwie Vorbote für noch mehr Stress (und ich dachte, es ginge nicht NOCH stressiger, hahahaha… ha… ha….) - der Schneefall war am Nachmittag des 29. Januar 2026 so heftig geworden, dass alle Straßen spiegelglatt waren und keine einzige Bahn oder Bus mehr nach fuhr. Die Autos rutschten oder hatten durchdrehende Reifen als ich mich genervt auf den fast 5km langen Heimweg zu Fuß machte- mit kaltem Essen für mich und Ulf im Gepäck.
Mein Körper sagte mir ebenfalls auf seine Weise, dass Stress reichlich vorhanden war. Ich wachte am Abflugfreitag, den 30.01.2026 gegen 4:30 Uhr morgens grundlos auf und schaut sofort auf die Japan Airlines App auf dem Handy. Alles war in Ordnung- der Flug sollte planmäßig um 20:05 Uhr von Frankfurt starten. Wir würden gegen 14:30 Uhr aufbrechen und alles schaffen, so dachte ich. Als wir jedoch um 7:30 Uhr wieder auf die App schauten, war unser Flug gestrichen worden „due to maintenance“.
Es kam eine Mail mit einem Ersatzangebot, bei dem wir ganze 26 Stunden über Thailand/ Bangkok unterwegs sein würden. Meine Nerven lagen blank, da ich nicht damit gerechnet hatte, nur wenige Stunden vor Rreisebeginn noch sowas erfahren zu müssen. Ulf konnte deutlich besser damit umgehen und wir klickten uns durch die Japan Airlines Mail und versuchten den Flug umzubuchen. Da sprang sie uns entgegen: Die Möglichkeit, schon 15:15 Uhr mit Qatar Airways abzufliegen- ein Zwischenstopp am Flughafen in Doha und dann wären wir fast zeitgleich in Tokyo Narita. Wir sahen an unseren verpennten, noch im Schlafanzug steckenden Körpern herunter und fragten uns, ob wir diese Alternative, nämlich 5 Stunden früher abzufliegen, überhaupt schaffen könnten. Ulf war sich sicher, dass es mir meine eigene Unsicherheit nicht erlauben würde, ohne Schminke das Haus zu verlassen. Aber wir wollten es wagen!
Wir sprangen unter die Dusche, Ulf buchte den Zug für uns neu und wir schmissen alles restliche Benötigte in die Koffer. Wir hatten sogar noch 25 Minuten Zeit, bis wir zum Bus mussten, als mir auffiel, dass ich meinen Reisepass nicht hatte. Ich brach nach einigem Suchen halb weinend zusammen, weil es mir einfach schleierhaft war, wie ich das wichtigste Teil der Reise nicht fand und wahrscheinlich Schuld sein würde, dass wir es nicht schaffen. Dank Ulfs Geistesblitz konnten wir aber doch fahren- Ich hatte den Reisepass beim Kopieren im Scanner liegen gelassen… überhaupt nicht typisch für mich, aber leider wahr. Entgegen Ulfs Bedenken ging ich ungeschminkt aus dem Haus und wir frühstückten im Bordrestaurant des ICE noch etwas. Ich konnte das Schminken nachholen und wir fuhren sofort zum Terminal 2 und stellten uns am Schalter an. Die Frau war extrem nett und buchte uns für den zweiten Teil von Doha nach Tokyo sogar auf den Notausgangssitz mit viel Beinfreiheit. Es klappte alles wunderbar und wir aßen noch ein veganes Ramen, da wir sicher waren, dass wir kein veganes Essen erhalten würden.
Im Flugzeug schenkten wir der netten Besatzung die Kinder Schokolade, die wir eigentlich bei unserem ersten Japan Airlines Flug ausgeben wollten und sie freuten sich und bedankten sich nochmal persönlich. Es wartete auch eine Überraschung auf uns, von der wir nicht wussten, ob sie mittlerweile Standard war, aber: Wir bekamen beide spontan vegetarisches Essen statt dem typischen „Beef or Chicken“ und Ulf war sehr erleichtert. Wir aßen auf dem Flug nach Doha Gnocchi in Käse-Pilz-Tomatensauce und zu Dessert einen Brownie auf Sahnebett. Leider waren die Sitze sehr eng und Ulf tat mir sehr leid abermals so eingepfercht sitzen zu müssen.
Auf dem Flug nach Doha bekamen wir auch ein Amenity Kit und lernten eine super nette Sitznachbarin kennen und redeten fast den gesamten Flug über vorrangig Youtube-Deutschland, da dies mit ihrem Job zu tun hatte. Wir verbrachten die 3-stündige Umstiegszeit am Flughafen Doha und verabschiedeten uns dann, da es für sie nicht nach Japan weiterging.
Auf dem zweiten Flug nach Tokyo Narita saßen wir neben einem sehr netten älteren Japaner und Ulf genoss mit seinen 1,86m Körpergröße die Beinfreiheit am Notausgangssitz. Zu essen gab es hier einen Apple-Cinnamon cake mit Vanillepudding, quasi als "Frühstück". Das war so viel Kuchen, dass ich ihn garnicht aufessen konnte. Mir fiel außerdem auf, dass es bei Quatar Airways, genau wie bei JAL auch Besteck aus Metall gab anstatt Plastik-Cutlery. Als herzhaftes Essen gab es Pennenudeln in einer sahnigen Tomatensauce mit Pilzen.
Wir erreichten den japanischen Flughafen Narita nur eine Stunde später als ursprünglich geplant gegen 18.50 Uhr am 31. Januar 2026 und gingen durch den Immigrationsprozess der unfassbar lange dauerte im Vergleich zu 2024, als ich mit D. hier angekommen war. Wir bekamen danach sofort unsere Koffer, nur um uns wieder sehr lange anzustellen. Die Schlange für die Leute, die sich auf der Visit Japan Web Website vorab registriert hatten war leider länger als jene, die die nervigen Papierzettel im Flieger ausgefüllt hatten. Zum Glück funktionierte der Scan selbst aber reibungslos. Wir hatten am Gate in Frankfurt schnell alle unsere Daten editiert, da sich der Flug geändert hatte.
Wir waren dieses Mal mit 3 Koffern der Größe L angereist, bzw. hatten wir in dem großen, weichen Koffer noch einen kleinen Cabin sized Koffer drin, damit wir auf dem Rückweg noch etwas Stauraum hatten. In dieser zwei-Koffer-Kombi befanden sich fast alle unsere Geschenke für unsere Freunde, denn: Wir liefen zum Schalter von JAL ABC, einem „Takkyubin“- Koffer-Versanddienst, der es uns möglich machte, unseren Koffer in 12 Tagen in Nagoya in unserem Hotel wieder in Empfang nehmen zu können. So mussten wir unsere Geschenke, die wir erst später benötigten, nicht mit nach Tokyo, Aomori, Sendai, Nagano und Gero Onsen schleppen. Ich war durch die lange Reisezeit allerdings so geplättet, dass es mir irgendwie nicht gelang, den Versandschein dafür vernünftig auszufüllen. Ich bekam zweimal einen neuen von dem aber sehr lieben und geduldigen Mitarbeiter. Wir zahlten dafür umgerechnet nur 15 €… wirklich ein Witz und eine mega Entlastung, denn wir hatten nun nur noch jeder einen Koffer und unseren Rucksack dabei (na gut, ich noch die Laptoptasche…). Wir holten am Automaten unser erstes japanisches Bargeld ab, kauften uns ein Getränk und sicherten uns ein Low-Cost-Bus-Ticket für 1.500 Yen pro Person, da es uns am einfachsten erschien, einfach einzusteigen und bis zum Bahnhof Tokyo sitzen zu bleiben.
Wir fuhren um 19:55 Uhr Ortszeit los, stiegen nochmal am Tokioter Bahnhof um und checkten schließlich im Via Inn Akihabara ein. Gegen 22:05 Uhr entschieden wir, nochmal schnell zum nahen Coco Curry zu laufen, denn aus irgendeinem Grund hatten wir richtig schlimm Hunger. Wir warteten kurz und bestellten uns jeder einen Teller mit Lieblingstoppings und bemerkten: In dieser Filiale waren die Schärfegrade anscheinend etwas härter als wir es in Erinnerung hatten!
Im Kombini kauften wir noch ein paar Snacks (Fullmetal Alchemist Brotherhood in 2026...? Is this Heaven?!) und fielen glücklich und müde ins Bett. So kamen wir zwar über Umwege aber doch nicht wesentlich später in Japan an und hatten fortan einen stressfreien Urlaub vor uns... oder...? ODER?!