Wir waren auf Japanreise vom 30.01. - 21.02.26! (≧▽≦)

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Sonntag, 30. Dezember 2018

Kumamoto Surprise: Hier steppt der Bär!

Ohayou-kuma! 

Da ich es gestern gar nicht erwähnt habe- Auch ich habe im Pokémoncenter in Hiroshima zugeschlagen und mein Handy gepimpt:
 
Meine PopTeamEpic Handytasche war leider schon länger hinüber, nun ist Pummeluff-Zeit! Mit dem kleinen Plüschi kann man sein Display reinigen.
Am 28.12. war für uns der Tag gekommen, an welchem wir die letzte große Etappe unserer Japanreise nahmen. Ulf und ich machten uns auf den Weg nach Kumamoto in Kyushu, um den König der Trolle, Kumamon, persönlich zu treffen. Als wir kurz nach 11Uhr am Bahnhof ankamen, wurden wir schon von allen Seiten mit Kumamon-Produkten belappt.

Jeder Shop am Bahnhof MUSSTE etwas von Kumamon parat haben.
Ein riesiger Kumamon-Kopf, der einfach nur daliegt und den man auf keinen Fall berühren darf…?
Wir nutzten den lokalen Fotospot mit One Piece-Charakteren… und natürlich Kumamon!
Vom Bahnhof Kumamoto aus fuhren wir ca. 17 Minuten mit der Straßenbahn zur Station, die dem Café, in welchem wir Mittagessen wollten, am nächsten lag. Bis zur Veranstaltung im sogenannten Kumamon Square war noch eine ganze Menge Zeit, so dachten wir. 

Wir hatten auf der Fahrt den Blick aus der Fahrerkabine der Straßenbahn.
Ein weiterer Mitarbeiter stand hinten an der zweiten Tür und kommentierte die ganze Fahrt lang JEDE. EINZELNE. KURVE. Und entschuldigte sich, dass es manchmal ruckelte… Was schön war: Wir konnten mit unserer manaca-Card bezahlen, die wir auch in der U-Bahn von Nagoya benutzten.

Der Bahnhof Kumamoto von außen- schick, schick!
Unser Ziel eines jeden Tages: MITTAGESSEN!
Wir kehrten nach einer kurzen Laufzeit im „Private Lodge“ ein, welches wir wie viele andere vegane und vegetarische Restaurants auch der Webseite „Happy Cow“ entnommen hatten. Das Café war schön bunt eingerichtet, jedoch froren wir dort leicht. Und irgendwie hatten wir auch ganz schön Pech, denn wir warteten ewig lange auf unser Essen. Anscheinend war irgendeine Bestellung eingegangen, die abgearbeitet werden musste, sodass wir eine Stunde später gerade mal erst den Salat und die kleine Suppe unseres Lunch-Sets erhalten hatten!

Auch hier steht das Menü wieder nett aufgelistet draußen dran.
Der Blick auf den Counter des Cafés.
Eine kleine Terassen-artige Nische, durch die etwas Licht fiel und die mit Pflanzen dekoriert war. Hier sahen wir auch die kleinen Schneeflocken, die seit unserer Ankunft angefangen hatten, zu fallen.
Dieser Salat und eine Gemüsesuppe waren unsere Vorspeise.
Es folgte ein Teller Pepperoncino-Pasta mit buntem Gemüse, die etwas scharf war. Wir schauten nun schon etwas nervös auf die Uhr, da wir spätestens eine Stunde vor Showbeginn bei Kumamon sein wollten.
Ulfs featured photo: Der letzte Gang waren dunkler Reis und ein Blumenkohl-Süßkartoffelcurry.
Zum Dessert hatte ich einen Chai Latte mit einem speziellen Tee, dessen Namen ich vergaß.
Dieser Schoko-Cranberrykuchen war sogar glutenfrei und vegan, da er mit Tofucreme kam.
Wir erhielten einen kleinen Rabatt, weil unser Essen so lange gedauert hatte und beeilten uns, zum Kumamon Square zu kommen. Es waren bereits alle Sitzplätze vergeben, aber wir hatten noch eine knappe Stunde Zeit, um uns etwas umzusehen. Es waren neben uns keine anderen Europäer an diesem Tag dort Gast.

Der Kumamon Square ist eine Art Ladengeschäft im Erdgeschoss eines Hochhauses, der als Büro des Maskottchens „Kumamon“ dient. In Japan haben fast alle Städte und Präfekturen ihre eigenen Maskottchen und besagter Bär repräsentiert auf der humoröse Art und Weise Kumamoto. Die Einrichtung bestand aus Kumamons Büro, einem Kiosk mit Eis und Getränken, einem Fanshop und der kleinen Bühnen mit Sitzbänken für Kumamons Liveauftritte. Wir hatten extrem viel Glück, dass Kumamon an beiden Tagen an denen wir in Kumamoto waren, dort einkehren würde.

Bauchvergleich bei Ulf und Kumamon vor dem Eingang.
Bis die Show um 15Uhr startete, sahen Ulf und ich uns etwas um.
Ulf checkt das Gästebuch an Kumamons Schreibtisch, in welches wir unter anderem schrieben, dass wir Kumamon gerne mal in Deutschland sehen würden.
Ich nehme einen wichtigen Anruf als Kumamons Sekretärin entgegen, kuma!
Hier seht ihr den kleinen Kiosk…
…und sowas wie diesen Kuma-Café könnt ihr dort beispielsweise bekommen.
Dann war es endlich soweit. Da sich schon ca. 130 Menschen im Kumamon Square versammelt hatten, wurde niemand mehr hineingelassen und wir bekamen eine Belehrung darüber, was wir während der Show durften und was nicht. Ulf und ich mussten auf dem Boden Platz nehmen, denn wenn wir hätten sitzen wollen, hätten wir noch eher als eine Stunde vorher da sein müssen. 

Das Schild weist darauf hin, dass die Besucher bis zu 10 Minuten nach Ende der Show verweilen müssen, damit die Sicherheit von Kumamon gewährleistet ist... Sie kennen Ulf einfach zu gut.
Ulfs Gesichtsausdruck, als er sein großes Idol das erste Mal live erblickt.
Kumamon begrüßte seine Fans in einem leuchtend gelben Winterpulli mit Logo darauf.
Die 30-minütige Show bestand aus einer langen Begrüßung, einem Zeichenwettbewerb zwischen der Moderatorin und Kumamon und einer großen Fragerunde nach der Herkunft der Besucher. Am Ende tanzte Kumamon auch noch zu einem seiner Songs. Das Kurzprogramm war sehr stark auf die Kinder zugeschnitten, die ganz vorne in der ersten Reihe Platz nehmen durften. Wir hatten zwar Spaß, sahen jedoch nicht den Kumamon, den wir aus den japanischen TV-Auftritten lieben gelernt hatten. Dieser hier griff nicht plötzlich nach dem Rock einer jungen Dame oder schubste einfach mal ein Kind oder Gegenspieler eines Wettstreits beiseite. Wir waren dennoch sehr angetan und hatten eine tolle Zeit. Als wir gefragt wurden, woher wir zu Besuch gekommen waren und das Wort Deutschland fiel, mimte Kumamon einen Schwächeanfall und ließ sich schlaff auf den Boden fallen, was alle zum Lachen brachte. Am Ende schüttelte er noch Ulfs Hand- etwas, was sonst nur den Kindern vor Ort zu Teil wurde.

Links die Kumamon-Zeichnung der Moderatorin, rechts Kumamons Selbstportrait.
Ulfs Hand, die er sich nach dem Händedruck von Kumamon nie mehr waschen möchte… ewwww.
Wir fanden die Preise für Kumamon-Goods im Gegensatz zu den Geschäften am Bahnhof ziemlich teuer, weswegen wir uns nicht lange mit Shopping aufhielten. Wir ließen uns unseren Koffer zurückgeben und liefen die 1,2km zu unserer Unterkunft namens „Mitsui Garden Hotel“.
Im Flur des Eingangsbereiches musste Ulf erstmal ein Foto machen.







Das Hotelzimmer hatten wir zuvor extra im Kumamon-Stil gebucht- es war Ulfs Weihnachtsgeschenk an mich!
Auch im Bad lachte uns der schwarze Bär vom Duschvorhang aus an.
Dies war der erste Blick, den wir hatten, als wir das Zimmer betraten.
Leider war eines der beiden Betten ziemlich schmutzig, bzw. der Bettbezug, sodass wir an der Rezeption um einen Wechsel dessen baten. Ein bisschen traurig machte mich das schon, denn eine Nacht in diesem Hotel kostete fast genauso viel wie die zwei Nächte, die wir in Osaka verbrachten… übrigens habe ich zum jetzigen Zeitpunkt die Entschädigungszahlung von AirBnB komplett erhalten- welche Erleichterung!

Um 16Uhr zog es uns in die nähere Umgebung des Hotels und wir wanderten ziellos umher. Wir hätten zwar gerne auch das Schloss besichtigt, jedoch ist dies seit dem starken Erdbeben in Reparatur und somit derzeit nicht öffentlich zugänglich- sehr schade!

Und ihr wisst ja langsam, wie das aussieht: Shopping-Arkade um Arkade um Arkade… nur diesmal halt mit KUMAMON!
Ein sehr günstiger Kumamon-Shop, in welchem Ulf ein total schönes Shirt erstand. Ich kaufte mir keins, obwohl ich es gerne gehabt hätte, aber ich dachte wieder sorgevoll an unsere Koffer...
Ich weiß nicht, ob ich es schon mal zeigte, aber so sieht ein DonQuijote von Innen aus- hier findet ihr wirklich ALLES und das auf mehreren Stockwerken! Meistens sind die Gänge eher noch viel enger!
Das Maskottchen ist ein Pinguin, was Ulf natürlich wieder besonderen Anreiz zum Einkaufen gibt…
… genauso wie Kuriositäten dieser Art… Was soll das sein? Etwa Kumamons Pe… OH MEIN GOTT.
Auch in zwei, drei Gamecenter verschlug es uns, aber hier lag der Fokus eher auf den Greifautomaten als auf schönen Spielen, die man gemeinsam ausprobieren konnte.
Durch ein Treppenhaus sind viele solcher reinen Automaten-Stockwerke miteinander verbunden.
Wenn Torwart Morisaki aus Capt’n Tsubasa das Ausgabefach dieses Automaten bewacht, sollte es ein leichtes sein, da etwas rauszuziehen…
Im Gebäude gab es außerdem einen Animate-Shop mit neuen Anime-Sachen, sowie unsere neue große Liebe Lashinbang, bei der wir auch in Akihabara schon stundenlang gestöbert hatten.
Das BananaFish-Regal bei Animate.
Diese niedliche Nanachi Figur aus Made in Abyss gehörte zu den teureren Exemplaren- es war erst das zweite Mal, dass ich auf der Reise etwas aus diesem Anime/ Manga sah.
Bei Lashingbang fand ich dann auch leider/glücklicherweise die EINE FIGUR, nach der ich schon die gesamte Reise nach Ausschau gehalten hatte: Koharu Yoshino aus der Serie Sakura Quest, die ich in diesem Jahr auch zur Connichi gecosplayt hatte. Sie kostete 4000Yen und irgendwie fühlte es sich zu teuer an, doch ich wusste, wie schwer sie zu kriegen war. Wir hatten sie weder in Tokyo, Nagoya, Osaka, noch in Hiroshima finden können und nun in Kumamoto gab es tatsächlich noch diese EINE!
Ich hoffte einfach, dass sie noch in den Koffer passen würde und bezahlte freudestrahlend an der Kasse.

GIRL, I SEARCHED EVERYWHERE FOR YOU!!!
Kurios: Adidas ist seit einigen Jahren in Japan total hip geworden und bietet hier zu Neujahr ebenfalls Lucky Bags an! Hier wurden die schon gepackten Exemplare anscheinend im Schaufenster verstaut.
Mit wachsendem Hunger schweiften unsere Blicke wieder durch die Arkaden und Ulf äußerte seinen Herzenswunsch (oder Bauchwunsch?!) noch einmal unbedingt bei Coco Curry Ichibanya essen zu wollen. Da es zum Winter auch eine vegetarische Currysuppe gab, sagte ich nicht nein. Das Abendbrot war also beschlossene Sache.

Auf der Karte: Die Vegetarische Currysuppe, zu der es weißen Reis dazu gibt.
 Auf meinem Teller: Das bestellte Gericht, das wirklich gut tat und sehr satt machte.
Bei Ulfs Bestellung ging leider etwas schief, sodass er nur das einfachste Gemüsebasis-Curry erhielt, anstatt eines Toppings mit Aubergine, Kartoffel, grünen Bohnen und Möhren- dabei zeigen wir fast immer auch auf die Bilder der Karte beim Bestellen!
Letzter Stop des Tages war „Village Vanguard“ im Kaufhaus Parco, ein Laden, dessen Konzept sich nicht wirklich erklären lässt. Hier gibt es eigentlich genauso viel und verrücktes Merchandise von Comics wie Mangas wie Animes, aber auch Bücher und CDs… Bei Youtube ist der Laden berühmt dafür, besonders schlechte Lucky Bags, also "Unlucky Bags" zu verkaufen. Diese haben fast schon Meme-Charakter.

Das Logo des Ladens und jede Menge... Zeug.
Wir waren relativ früh zurück im Hotel, was mir gut passte, da ich noch den Blogeintrag von Hiroshima hochladen musste. Wir entspannten mit Animefolgen auf dem Laptop und Ulf entspannte mit…

... jeder Menge Kumamons natürlich, was denn sonst?!
Am nächsten Tag standen uns ein spezielles Frühstücksbuffet im Hotel und die lange Rückreise nach Nagoya bevor. Auch war es Zeit, die Koffer Probe zu packen und das angekündigte Gewinnspiel zu starten. Wenn ihr Lust darauf habt, dann lest doch einfach Morgen wieder hier rein!

Liebe Grüße von euren Reisenden:
Tsukuma + Ulfkuma

Freitag, 28. Dezember 2018

Eine Erinnerung an den Frieden

Lasst uns 1000 Kraniche falten!

Am 27. Dezember nahmen wir den Sakura-Shinkansen um 10.08Uhr nach Hiroshima. Dass dieser sogar bis nach Kumamoto durchfuhr, machte Ulf schon ganz aufgeregt auf sein baldiges Treffen mit Kumamon! Wir hatten nur diesen einen Tag in der Stadt, doch das sollte reichen, um meinen Traum wahr werden zu lassen: Einmal das Friedensdenkmal, das zerbombte Gebäude der ehemaligen Industrie- und Handwerkskammer live zu sehen! 

Noch wird der Zug gereinigt, deswegen hängt dieses Schild, das den Zugang versperrt in der Tür.
Der Bahnhof von Hiroshima- hier war es schon deutlich kälter als in Nagoya und Tokyo!
Ein häufig wiederkehrendes Motiv im Stadtbild sind diese Friedenstauben.
Wir kamen gegen 11.34Uhr in Hiroshima an und liefen den kurzen Weg zu unserer Unterkunft, wo wir schon den Koffer abstellen konnten. Anfangs hatten wir Angst, dass wir nicht reinkommen würden, denn die Tür war mit einem Smartlock versehen, das sich nur mit Hilfe einer App und einer bestimmten Bluetooth-Version öffnen ließ. Zwar hieß es in der Beschreibung der Unterkunft, dass man kein Internet bräuchte, jedoch kamen wir ohne nicht hinein- also loggte ich mich in den Pocket Wifi Router auf der anderen Seite der Tür ein und wir konnten rein.

Die Wohnung kam uns im Vergleich zu anderen AirBnBs relativ groß vor.
Der Blick vom Fenster zur Eingangstür.
Sogar eine Waschmaschine gab es, die wir am Abend noch nutzten!
Das Bad war standardmäßig extrem klein und der Wasserboiler machte sehr laute Geräusche- in etwa wie ein Formel1-Fahrzeug!!
Alles in allem war diese Wohnung sehr sauber und schön, wenn gleich auch Fußkalt. Das Pocket-Wifi steckten wir ein und machten uns auf gleich wieder auf  den Weg. Die Lage der Wohnung war wirklich fantastisch, denn wir kamen schnell zur Haupt-Shoppingstraße, wo wir kurz im Jump Shop Halt machten. Hier gab es sogar noch einige Dinge von Golden Kamuy, die wir in Nagoya gar nicht gesehen hatten! 

Der Jump Shop-Eingang- Ulf wollte unbedingt vor dem Essen nochmal reingehen.
Auch diese Shoppingpassage glich den vielen anderen in ganz Japan, die wir auf diesem Urlaub bereits besichtigt hatten.
Ich kaufte nur diese Sticker von MyHeroAca, da ich sie Jemandem mitbringen möchte.
Zum Mittagessen suchten wir das Nagata-Ya auf, denn dieses Okonomiyaki-Restaurant warb damit, dass es hier vegetarisches und veganes Okonomiyaki zu essen gab, was wirklich perfekt für Ulf war!
Vor dem Restaurant war eine lange Schlange- mehr Ausländer als Japaner warteten hier darauf, etwas mampfen zu dürfen. Wir mussten ca. 30 Minuten warten, bevor wir essen konnten.

Das Innere des Restaurants war sehr urig und wir bekamen einen Platz am Counter, wo die Köche die Okonomiyaki am Fließband zubereiteten.
Hier ein kleiner Blick ins Vegetarische/ Vegane Menü.
Jetzt wussten wir auch, warum es so viele Menschen hier herzog: Das Restaurant hat eine ganze Sammlung an Preisen und Auszeichnungen!
 Mein veganes Okonomiyaki, das mir eher wie eine große Portion Yakisoba vorkam. Es schmeckte zwar klasse, aber es war einfach nicht dasselbe wie ein Okonomiyaki mit Teig, das es so typischerweise in Tokyo gibt.
Falls ihr eher auf schlagfertiges Essen steht, hier etwas mit SCHINKEN!!!
Nach dem Essen war das nächste Ziel das Friedensdenkmal. Ich wusste, dass es sehr nah war, jedoch nicht, dass man einfach nur nach rechts hätte abbiegen müssen. Als wir auf der Brücke standen, sahen wir die Kuppel der alten Industrie- und Handelskammer.

Wir hatten wieder einmal traumhaftes Wetter und freie Sicht auf die Kuppel.
Ich vor dem zerstörten Dom, der seit dem Atombombenabwurf noch genauso hier steht wie damals. Er wurde aufwendig konserviert und gehört zum Weltkulturerbe. Er stand nur 140m vom Ground Zero, also dem Aufschlagsort der Bombe entfernt.

Für mich bedeutete der Besuch in Hiroshima die Erreichung eines persönlichen Ziels. Ich hatte mir immer einmal gewünscht, hierher zu kommen und dieses Gebäude in echt zu sehen. Seit der 8. Klasse hatte ich mir immer wieder Dokumentationen und Bücher zur Katastrophe angesehen und war davon berührt gewesen. Und wir sollten noch tiefer in die Materie eintauchen: Es ging weiter zum Friedensmuseum.

Vorher noch schnell ein Hiroshima-Lemon-Eis, auch wenn es dafür viel zu kalt war…
Wir kamen auch am Denkmal für die nach dem Unglück an Leukämie erkrankte Sadako Sasaki vorbei, die zu Lebzeiten weit über 1000 Kraniche faltete, weil sie sich von den Göttern damit die Erfüllung eines Wunsches erhoffte. Sie starb jedoch im Alter von 12 Jahren an der schrecklichen Krankheit. Sie ist eine der bekanntesten Überlebenden des Atombombenabwurfs.
Der Friedenspark war sehr ruhig, obwohl hier viele Touristen unterwegs waren.
Da der Hauptteil des Museums derzeit Erdbebensicher umgebaut wird, konnten wir nur einen kleinen Teil besichtigen. Dies kostete uns jedoch auch nur erstaunliche 200Yen! Sogar eine Postkarte bekam jeder von uns dazu geschenkt.

Der Zeitpunkt der Katastrophe.
An den riesigen Fotowänden von „Hiroshima davor – Hiroshima danach“ wurde einem das Ausmaß des Bombenabwurfs auf schmerzliche Weise bewusst gemacht.
Ein Projektor zeigte auf einem Modell auf dem Boden die Reichweite der Zerstörung auf.
In einem weiteren Raum waren unzählige Sitzgelegenheiten und ein Monitor, auf welchem am laufenden Band Zeitzeugen sprachen und ihre persönlichen Schicksale erzählten. Es war eine beklemmende Atmosphäre, denn hier sprachen beispielsweise Mütter davon, wie sie die Überreste ihrer Kleinkinder und Babys in den verbrannten Häusern vorfanden, oder wie Bewohner, die zur Katastrophe noch Kinder waren ihre Eltern mit den schweren Verbrennungen nicht mehr wiedererkannten…

Obwohl von der Stadtgeschichte Hiroshimas bis zur Fertigung und dem Abwurf der Bombe alles minutiös dargestellt war, fehlte Ulf ein bisschen die Darstellung der Beziehung zwischen Japan und den USA im zweiten Weltkrieg.
Nochmal zum Vergleich: Das Gebäude von vorhin vor dem Bombenabwurf und danach.
Hier noch ein Blick vom oberen Stockwerk in das untere- die Ausstellung war wirklich günstig für so viele Information und Exponate.
Am Ende der Ausstellung konnte man noch einmal einige Kleidungsstücke und anderes sehen, das private Spender dem Museum hatten zukommen lassen. Die blutbefleckte Kleidung und die Fotos der kranken, verbrannten Menschen erregten bei mir teilweise Übelkeit…

Ich kaufte mir im Shop noch ein Buch auf Englisch mit Zeitzeugenberichten. Da ich eine deutsche, ähnliche Version irgendwann im Studium einmal verliehen und nicht wieder zurückbekommen hatte, wollte ich dies unbedingt mitnehmen. Auch ein Kühlschrankmagnet und zwei Postkarten landeten im Einkaufskorb.

Nach diesem bedrückenden Erlebnis beeilten wir uns und gingen in Richtung des Schlosses Hiroshima. Wir waren uns ziemlich sicher, dass wir um 16.40h bereits zu spät waren, um noch hineingehen zu können, aber wir wollten es zumindest einmal von Nahem sehen. Wir sollten Recht behalten.

Der Vorhof des Schlosses war wunderschön gestaltet.
Eine Brücke führte über das Wasser, in welchem sich eine Menge Enten tummelten.
Im Abendlicht der Sonne sah das Schloss wirklich wunderschön aus. Wir waren froh, es wenigstens noch so gesehen zu haben. Letzter Einlass war um 16.30Uhr gewesen.
Ulf und ich schöpften trotz der kleinen Enttäuschung neue Kraft und entschlossen uns auf dem Rückweg zum Shopping-Distrikt, das Pokémon Center Hiroshima im Kaufhaus Sogo mitzunehmen. Wir brauchten schließlich noch ein Krabby für Stefan, welches zuvor überall ausverkauft gewesen war.

Diese coole Statue von Pikachu und (shiny?) Garados ziert den Eingang des Pokémon Centers.
Das lokale Baseballteam wird hier sogar von Karpador unterstützt.
Ulf wurde endlich fündig und konnte für sich das letzte Smogmog und für unseren Freund das vorletzte Krabby bekommen. An der Kasse erhielten wir als kleines Geschenk einen Sticker und durften außerdem noch an einem Aktionstisch mit unserem Kassenbon mitmachen. Ulf und ich erhielten jeweils einen weiteren Sticker. 

Im Shopping District waren viele Gamecenter, in denen wir zum Beispiel das Taiko-Game ausprobierten und zu einem Ending von My Hero Academia um die Wette trommelten.
Dieser Space Invaders Automat machte besonders viel Spaß.
Da wir beide wieder Hunger bekamen und es nichts weiteres Vegetarisches in der Nähe gab, entschieden wir uns für einen Besuch bei Saizeriya, einem Family-Restaurant.
 
Wir nahmen einmal die Triple Büffel-Mozarella Pizza und eine Portion Spagetthi Alio Oglio. Für nur 190Yen pro Person zusätzlich konnte man so viel Softdrinks trinken, wie man will!
Ulfs Vergleichsbild zur Karte- die Pizza hat wirklich nur einen 20cm Durchmesser.
Wir machten noch einen kleinen Stop bei Don Quijote um zu checken, was uns ein weiterer Koffer kosten würde und kamen dann auf dem Heimweg an dem Vergnügungsdistrikt „Nagarekawa“ vorbei. Dieser wirkte ähnlich wie das Kabukicho in Shinjuku, auch wenn es hier nur Lovehotel, Kneipen und „Girlsclubs“ gab.

Das große Eingangsschild am Anfang der Straße.
Grober Überblick mit leuchtenden Reklametafeln. Eine beachtliche Anzahl an Taxis fuhr hier durch.
Wir fanden keinen Laden, in den wir gehen wollten, da viele von ihnen allein schon eine Tischgebühr zwischen 800-2000Yen verlangten. Wir ließen den Abend also in der Unterkunft ausklingen und träumten in der Nacht schon von unserem Besuch bei Kumamon am darauffolgenden Tag…

Was passiert, wenn Ulf endlich auf sein großes Idol in Kumamoto trifft, könnt ihr beim nächsten Mal lesen!

Grüße aus Westjapan,
eure Tsu + Ulf